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15.März
2002 |
http://www.tierschutzverein-hamburg.de
dort unter aktuelles
Der
HTV tut etwas gegen die Kasernierung sogenannter Kampfhunde in der Harburger
Hundehalle. In enger Zusammenarbeit mit den Behörden und anderen Tierheimen des
Deutschen Tierschutzbundes sorgt er dafür, dass sie in anderen Bundesländern ein
neues Zuhause finden.
Der
Tod des kleinen Volkan durch zwei sogenannte Kampfhunde war ein tragisches
Ereignis. Er hätte verhindert werden können, wenn die Verantwortlichen in
Politik und Verwaltung rechtzeitig auf den HTV gehört hätten. Zweifellos mussten
sie jetzt handeln, aber so blieb ihnen nur noch ein Schnellschuss, um ihr
Gesicht zu wahren. Das Ergebnis ist die Hamburger Hundeverordnung, die in
vielerlei Hinsicht mangelhaft ist. Vor allem die rassespezifische Annahme der
Gefährlichkeit eines Hundes ist abzulehnen, da es hierfür keine
wissenschaftliche Grundlage gibt. Eine der augenfälligsten Folgen der
Hundeverordnung ist die Existenz der staatlichen Hundehalle in Harburg, in der
mit Millionenaufwand mehrere Hundert angebliche Kampfhunde eingesperrt sind.
Ohne jeden Sachverstand und übereilt hat der SPD-Senat seinerzeit mit Billigung
durch die Bürgerschaft eine untaugliche Hundeverordnung erlassen, die
ihresgleichen sucht. Damit ist der Senat weit über das Ziel hinausgeschossen.
Nach dieser Hundeverordnung gelten bestimmte Hunde immer als gefährlich. Bei
anderen kann diese automatische Annahme der Gefährlichkeit durch den Wesens- und
Aggressionstest widerlegt werden. Solche Hunde - und nur solche, die den Test
bestanden haben - gilt es zu vermitteln.
Bis
Ende 2001 hat der HTV 150 solcher Hunde in verantwortungsvolle Hände geben
können. Doch dies ist nicht genug, denn es warten noch immer viele nachweislich
friedliche Hunde, die nur wegen ihrer Rasse als gefährlich gelten, auf ein neues
Zuhause. Deshalb hat der HTV mit Unterstützung durch den Hamburger Senat und den
Deutschen Tierschutzbund eine Aktion gestartet, um diese Hunde jetzt in anderen
Bundesländern zu vermitteln. Die Tiere kommen zunächst in andere Tierheime und
werden von dort in liebevolle Hände gegeben. Dass dafür nur solche Tierheime in
Frage kommen, die den strengen Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes
entsprechen und die als verantwortungsbewusst und in jeder Hinsicht als
zuverlässig gelten, versteht sich von selbst. Diese Aktion ist bisher sehr
erfolgreich verlaufen, und schon innerhalb der ersten beiden Tage konnte ein
Großteil der Hunde die Harburger Halle verlassen. Vermutlich wird die Halle
schon Ende März geschlossen werden können. Dies ist ein großer Erfolg für unsere
Arbeit zur Rettung der Hunde, die unschuldig eingesperrt wurden.
Doch
kaum, dass der Hamburger Tierschutzverein etwas zur Beendigung der
Massenunterbringung in der Harburger Halle unternimmt, nutzen die
Opposition und einige Besserwisser dies, um Polittheater zu spielen und den HTV
wieder einmal an den Pranger zu stellen. Es ist bezeichnend, dass sich jetzt
gerade diejenigen am lautesten äußern, die der Stadt diese Suppe eingebrockt
haben. Die SPD scheint verdrängt zu haben, dass sie selbst an den Hebeln der
Macht saß, als die Hamburger Hundeverordnung übereilt und unüberlegt erlassen
wurde. Es war der damalige Bürgermeister Ortwin Runde, der immer wieder
medienwirksam gefordert hatte, die sogenannten Kampfhunde "müssten weg". Die
Harburger Hundehalle, die den Steuerzahler Millionen kostet, ist unter seiner
Regierung errichtet worden, ohne dass ein Konzept vorlag, wie mit den Tieren
weiter verfahren werden sollte. Jetzt kritisiert er diejenigen, die etwas zur
Beseitigung eines Problems beitragen, das er selbst geschaffen hat.
Von
einem "Export" gefährlicher Hunde oder der Verlagerung einer Gefahr in andere
Bundesländer mit einer weniger scharfen Hundeverordnung kann keine Rede sein.
SPD-Chef Scholz hat also auch keinen Grund, sich vor "Re-Importen" zu fürchten,
denn ein tatsächlich gefährlicher Hund würde die Hansestadt gar nicht erst
verlassen und könnte somit auch nicht "re-importiert" werden. Die Abgabe der
Tiere in Tierheime außerhalb Hamburgs hat folglich nichts damit zu tun, dass
woanders weniger scharfe Hundeverordnungen gelten. Der Grund ist vielmehr, dass
in Hamburg diese Tiere als Folge einer beispiellosen Polit- und Medienkampagne
so sehr pauschal diskriminiert worden sind, dass sie hier selbst dann kein neues
Zuhause finden, wenn ihnen nach einem wissenschaftlich anerkannten Wesens- und
Aggressionstest von
Fachtierärzten schriftlich ein friedliches
Wesen bescheinigt wird und die Tiere von den Beschränkungen der Hundeverordnung
befreit sind. Und nur solche Tiere werden zur Vermittlung an andere Tierheime
abgegeben. Das Problem der sogenannten Kampfhunde ist eine typische Erscheinung
der Großstadt mit ihren unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, mit
sozialen Verwerfungen und Kriminalität. Die Wurzel des Problems sitzt also
tiefer, als es die vordergründige Kritik einiger Berufsbesserwisser erkennen
lässt. Solange diese gesellschaftliche Ursache für den Missbrauch der Hunde
nicht beseitigt ist, muss diese Gesellschaft auch mit den Hunden
tierschutzgerecht umgehen, die nach der Hundeverordnung als Kampfhunde
abgestempelt sind. Dazu gehört auch, dass die Harburger Hundehalle aufgelöst
wird. Und hierzu trägt der HTV mit seiner bundesweiten Aktion bei |