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Hannoversche Zeitung 31.05.2001
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Noch können Hannovers Kampfhundebesitzer
nicht triumphieren: Vorläufig herrscht weiter Maulkorb- und Leinenzwang für
Bullterrier, Pitbullterrier und American Staffordshire Terrier in der Stadt.
Doch im Ordnungsamt geht man davon aus, dass nach dem gestrigen Urteil des
Lüneburger Oberverwaltungsgerichts die Bestimmungen für Kampfhunde gelockert
werden. "Wir werden in den nächsten Wochen die Ergebnisse der Wesenstests
gründlich durchgehen und prüfen, wo eine Maulkorbbefreiuung gerechtfertigt
wäre", kündigt Christiane Mehl an, die Leiterin der Gewerbe- und
Veterinärabteilung. Das Lüneburger Gericht hatte moniert, dass in der
bisherigen Kampfhundeverordnung bestimmte Hunderassen (etwa Bullterrier)
generell gefährlicher als andere (etwa Rottweiler) eingestuft worden waren.
Damit drohte der ersten Gruppe bestenfalls der Maulkorb und schlechtestenfalls -
bei Nichtbestehen des Wesenstests - die Tötung. "Wenn jetzt alle gleichbehandelt
werden sollen, werden wir wohl keine Tötungen mehr anordnen", sagt Christiane
Mehl. Außerdem müsse so schnell wie möglich geklärt werden, ob auch für
Dobermänner und Rottweiler weiterhin strenge Regelungen gelten, oder ob sie als
so genannte Schutzhunde - wie Schäferhunde, Boxer und Doggen - künftig ganz aus
der Kategorie Kampfhunde herausfallen. Für Christiane Mehl ist aber die
Kampfhundeverordnung an sich nicht in Zweifel gezogen. "50 Prozent der
Kampfhundebesitzer haben sicher nicht umsonst noch keinen Wesenstest für ihr
Tier machen lassen, da ist noch einiges im Dunkeln", meint sie. Dagegen fühlt
sich der Leiter des Tierschutzzentrums der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) nur
bestätigt in seiner Ablehnung gegen die bestehende Verordnung. Bei den etwa 400
Wesenstests, die er bisher gemacht habe, sagt Hansjoachim Hackbarth, sei nur ein
einziger Kampfhund durchgefallen. Und selbst bei einem solchen Hund genügten
normalerweise Maulkorb und Leine, damit er keine Gefahr mehr darstelle. "Wir
sollten aufhören mit der unsinnigen Kategorisierung in Kampf- und
Nicht-Kampfhunde und künftig jedes Tier, das irgendwie auffällig geworden ist,
zum Wesenstest schicken." |