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2001 |

In
einer Pappkiste setzten Unbekannte ihren alten und kranken Hund in einem
Waldstück in Pottenhausen aus. Spaziergänger fanden am vergangenen Sonntag den
Karton, um den ein weißes Bettlaken geschlungen war. Jede Hilfe von
Tierschützern kam jedoch zu spät. Der Bullterrier war völlig entkräftet,
außerdem waren Nieren und Leber stark geschädigt. Ein Tierarzt erlöste den Hund
am Montagmorgen von seinen Leiden.
Nun beschäftigt der Fall Ermittler
der Polizei. Obwohl es sich eigentlich "nur" um eine Ordnungswidrigkeit handelt,
hat sie Anzeige gegen Unbekannt wegen Tierquälerei erstattet. "Der Hund ist zum
Sterben in den Wald gebracht worden", vermutet Robert Ließmann von der Tierhilfe
Lippe, der von der Polizei hinzugezogen wurde. Als die von den Spaziergängern
alarmierten Beamten merkten, dass sich in der Pappkiste ein Kampfhund befand,
baten sie vorsichtshalber Robert Ließmann, ein versierter Hundekenner, um
Unterstützung. Beim Eintreffen erkannte Ließmann aber sofort: "Das Tier ist viel
zu schwach, um eine Gefahr darzustellen." Er befreite den etwa 13 bis 14 Jahre
alten Bullterrier aus seinem Gefängnis und musste feststellen, dass dessen Beine
gelähmt waren.
Außerdem war das Tier stark unterkühlt. Ließmann hüllte
es in eine Decke und nahm es mit nach Hause. Seine Versuche, letzte Energien der
völlig abgemagerten Kreatur zu aktivieren, fruchteten aber nicht. "Er fraß und
trank noch ein bisschen. Doch er war am Ende," so der Tierschützer. Auch der
Arzt, der am Montag den Hund untersuchte, sah keine Hoffnung mehr. Mit einer
Spritze schläferte er den weißen Bullterrier ein.
"Die ursprünglichen
Besitzer wollten den Hund, übrigens ein lieber Kerl mit keiner Spur von
Aggression, einfach seinem Schicksal überlassen und auf diese Weise entsorgen",
vermutet Ließmann. Offenbar scheuten sie die Kosten für das Einschläfern und die
Beseitigung. "Hätte man mich vorher angerufen, hätte ich eine Lösung gewusst",
so der Kopf der Tierhilfe Lippe. Hinweise von Zeugen, die Aufschluss über die
Besitzer des Tieres geben können, nimmt er unter (05232) 970145 entgegen. Zur
Zeit ist Robert Ließmann dabei, die Tätowierung im Ohr des toten Hundes
auszuwerten. Anrufe bei Züchterverbänden und Registrierungsstellen sollen
klären, wer den Bullterrier Ende der 80er Jahre gekauft hat.
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