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2002 |
Es dampft köstlich,
sieht aus wie appetitliches, dunkles Hühnerfleisch von der Keule. Es schmeckt
wie gut durchgekochtes Rindfleisch und zergeht auf der Zunge. Doch der Gedanke,
dass hier des Menschen treuester Freund geschlachtet worden ist, lässt einen
durchschnittlichen Europäer würgen. von andreas
landwehr
"Hundefleisch mit scharfer Soße" für 30 Yuan oder umgerechnet acht Mark
serviert mit Nudeln und Gemüse in einem Restaurant im Norden Pekings. 20
Auto-Minuten von Peking nach Norden liegt in Shunyi eine staatliche Hundefarm.
In den geräumigen Zwingern laufen große Bernhardiner auf und ab. Sie bellen
laut, werden ganz aufgeregt, wenn Besucher kommen. In einem großen Gehege tapsen
verspielt kleine, nur vier Monate alte Bernhardiner zum Zaun, schnuppern
erwartungsvoll. "Wir forschen, wie die Tiere am besten gezüchtet werden", sagt
der Manager. "Reinrassige Tiere", meint er stolz. "Aus der Schweiz." Genau das
ist es, was die Schweizer auf die Barrikaden bringt. "Als Schweizer Bürger
betrachten wir es als Beleidigung für unsere geliebte Schweiz, dass China unser
altes Schweizer National-Symbol als Indus-trie-Fleisch benutzt und fördert",
schrieb Eleonora Moser von der Schweizer Organisation "SOS St. Bernard Dogs
International". Doch die Chinesen verzehren den Schweizer Nationalhund gar
nicht. Der Bernhardiner dient als Grundstock für die Kreuzung mit lokalen
Hunden, um daraus Fleischhunde zu züchten. Hundefleisch hat in China eine
Jahrtausende alte Tradition. Schon vor 2000 Jahren sollen die Kaiser
Hundefleisch gesessen haben. Doch der Volksmund sagt bis heute "gourou
shangbuliao xi". Das heißt so viel wie, Hundefleisch kann bei offiziellen
Banketten nicht serviert werden. "Bernhardiner zu züchten, ist wirtschaftlich
gesehen viermal so profitabel wie die Zucht von Schweinen und dreimal so
profitabel wie Hühner", verkündet das chinesische Fernsehen. Deswegen fördern
die lokalen Behörden die Zucht. Hundefleisch sei gesund, sagen die Chinesen. "Es
hält nicht nur warm, es stärkt auch das (weibliche) Yin und nährt das
(männliche) Yang", so Restaurantbesitzer Wang. Aber auch für die Nieren und die
Milz sei es gut. Doch den Schweizern geht es an die Nieren. Für sie ist der
Bernhardiner vielleicht das, was der Panda für den Chinesen ist allemal mehr
als ein Tier. Er ist Legende, Wahrzeichen und Stolz der Schweizer Nation. Sie
stehen für Selbstlosigkeit und Großherzigkeit. Ihre Geschichte führt zurück zum
Großen St. Bernhard zwischen der Schweiz und Italien, wo einst Mönche in einem
Kloster die Hunde gehalten und erzogen haben. Der Schweizer Vizepräsident Kasper
Villiger entgegnete Tierschützern, die in Bern eine Petition eingereicht hatten,
es stehe der Regierung in Bern nicht zu, "die Ernährungsgewohnheiten anderer
Länder zu verurteilen". Die Chinesen fänden vielleicht manche Schweizer
Essgewohnheit ungewöhnlich. Der Protest der Tierschützer entzündet sich auch an
den Schlachtmethoden. Ma Youtai von einer Hundefleischfarm in Heshui (Provinz
Gansu) denkt sich wenig dabei: "Wir schlitzen ihnen die Kehle auf, lassen sie
ausbluten, bis sie sterben." Westliche Tierschützer prangern an, dass viele
Tiere mit einer Schlinge erhängt werden, wo sie nur langsam erstickten und der
Todeskampf bewusst verlängert werde. Durch diese Schlachtmethoden soll das Tier
im Leiden ein Höchstmaß an Adrenalin ausstoßen. Der Verzehr des Fleisches führe
dann beim Menschen angeblich zu einer sexuellen Stimulierung. Das ist jedoch
eine Theorie, von der viele Fleischhundzüchter oder Restaurantbesitzer noch
nichts gehört haben. "Natürlich haben jene, die einen Hund als Haustier haben,
eine enge Beziehung zu ihm. Wer nur ein oder zwei Hunde hat, empfindet
besonders", sagt Frau Zhang. "Doch wenn man eine Hundefarm hat und viele, viele
Hunde für die Fleischproduktion, dann fühlt man nicht mehr so viel und bringt
sie einfach um."
Quelle: LR-Online Bernhardiner für chinesische Restaurants gezüchtet Schicksal Brat-Hund
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Ein Hundegericht, wie es im Restaurant serviert
wird |
Peking - Es dampft, sieht aus
wie Hühnerfleisch von der Keule, schmeckt wie Rindfleisch und ist eine der
beliebtesten Speisen in chinesischen Restaurants -
Bernhardiner-Kreuzungen.
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Bernhardiner in der Zuchtanstalt
in der Nähe von Peking |
Die Speisekarte bietet
"Hunde-Rippchen", "Hunde-Haut" und "Hunde-Innereien". Beliebt ist auch der
"Hunde-Feuertopf", Fondue für die ganze Familie. "Hundefleisch mit scharfer
Soße" kostet umgerechnet 8 Mark, wird mit Nudeln und Gemüse serviert.
Die Speise-Hunde werden
eigens gezüchtet. 20 Autominuten nördlich von Peking liegt eine von rund 50
staatlichen Hundefarmen mit geräumigen Zwingern für Bernhardiner. In einem
großen Gehege tapsen verspielt kleine, nur vier Monate alte Bernhardiner.
"Wir forschen, wie die
Tiere am besten gezüchtet werden", sagt der Manager. Die Bernhardiner dienten
nur als Grundstock für die Kreuzung mit anderen Hunderassen, um daraus günstige
Fleischhunde zu züchten. "Bernhardiner zu essen", sagt er, "wäre zu teuer, und
ihr Fleisch schmeckt nicht so gut."
Die Tierschützer in
aller Welt sind empört. Denn die Hunde werden grausam sterben. Ein Tierschützer:
"Die Tiere werden erdrosselt, damit sie nur langsam ersticken. Das Tier soll im
Leid ein Höchstmaß an Adrenalin ausstoßen, weil dann der Verzehr angeblich
sexuell stimuliert."
Quelle: Bild
Hunde werden zu Zuchtzwecken importiert / Tierschützer wollen
qualvollen Tod verhindern
Die Schweizer sind
fassungslos : Bernhardiner für Chinas Kochtöpfe
Peking - Umgerechnet
acht Mark kostet eine Delikatesse in chinesischen Restaurants, die Europäer eher
zum Würgen bringt. "Hundefleisch mit scharfer Soße" oder "Hunde-Innereien"
gehören in China zum Standardessen. Besonders beliebt ist der "Hunde-Feuertopf",
ein China-Fondue für die ganze Familie. Die Zutaten kommen aus der Schweiz:
Reinrassige Bernhardiner!
Die Hunde werden aus dem
Alpenland nach Asien geflogen. Allerdings kommen sie nicht direkt in den
Kochtopf, sondern werden mit anderen Tieren gekreuzt, um "Fleischhunde" zu
züchten.
Hundefleisch sei gesund,
sagen Anhänger der oastasiatischen Spezialität. "Es hält nicht nur warm, es
stärkt auch das weibliche Yi und das männliche Yang", erklärt Koch Wang vom
Hamdu Restaurant in Shen-yang. Auch für Nieren und Milz sei es gut.
Abgesehen davon ist das
Fleischhunde-Geschäft lukrativ. "Bernhardiner zu züchten ist viermal so
profitabel wie die Zucht von Schweinen und dreimal so profitabel wie die
Hühnerzucht", verkündet das chinesische Fernsehen. Die Hundezucht wird von
lokalen Behörden gefördert.
Die Schweizer sind vom
Hundeboom in China wenig angetan. Für sie sind Bernhardiner ein nationales
Wahrzeichen. Dass die Tiere zur Produktion von "Industriefleisch" benutzt
werden, passt ihnen gar nicht.
Konkrete Argumente gegen
die Verarbeitung von Hundefleisch haben Tierschützer. Sie prangern an, dass
viele Tiere mit einer Schlinge erhängt werden, so nur langsam ersticken und das
der Todeskampf bewusst verlängert werde. Auch seien Hunde oft nicht tot, wenn
ihren in heißem Wasser das Fell abgezogen werde. Ma Youtai von einer
Hundefleischfarm denkt sich wenig dabei: "Wir schlitzen ihnen die Kehle auf,
lassen sie ausbluten, bis sie sterben. Das dauert zehn Minuten. Wenn sie
verbluten, gibt es gutes Fleisch, das frisch aussieht." Sonst sehe es zu dunkel
aus. Und das sei schlecht für das Geschäft. |